Einzelunternehmen grĂŒnden - VollstĂ€ndiger Leitfaden zur GrĂŒndung

Du spielst mit dem Gedanken, Dein eigener Chef zu sein und ein Einzelunternehmen zu grĂŒnden? Dann ist dieser vollstĂ€ndige Leitfaden genau das Richtige fĂŒr Dich. Wir begleiten Dich Schritt fĂŒr Schritt durch den Prozess der GrĂŒndung Deines eigenen Einzelunternehmens. Von der ersten Idee bis zur offiziellen Anmeldung Deines Gewerbes erfĂ€hrst Du alles, was Du wissen musst, um erfolgreich durchzustarten.

Ob es um die Wahl der passenden Rechtsform, die Anmeldung beim Gewerbeamt oder die steuerlichen Themen geht – wir decken alle wichtigen Themen ab. Mach Dich bereit, Deinen Traum von der SelbststĂ€ndigkeit mit unserem umfassenden Leitfaden Wirklichkeit werden zu lassen!

Lila Lions - Blogthema Einzelunternehmen grĂŒnden

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Einzelunternehmen? Vor- und Nachteile der Rechtsform

Definition eines Einzelunternehmens

Ein Einzelunternehmer ist jemand, der alleiniger Inhaber eines Unternehmens ist und dieses Unternehmen ohne Mitverantwortliche oder stille Teilhaber fĂŒhrt. In der Rechtsform stellt ein Einzelunternehmen das Gegenteil einer Gesellschaft dar. Wenn mehr als ein Unternehmer an einem Unternehmen beteiligt ist, sei es aktiv als GeschĂ€ftsfĂŒhrer oder passiv als Geldgeber, dann handelt es sich nicht mehr um ein Einzelunternehmen.

Stattdessen könnte es sich um eine Personengesellschaft des bĂŒrgerlichen Rechts (BGB) oder eine Handelsgesellschaft nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) handeln.

Die HauptgrĂŒnde, ein Einzelunternehmen zu grĂŒnden

Viele Menschen entscheiden sich fĂŒr die GrĂŒndung eines Einzelunternehmens, weil sie die volle Kontrolle ĂŒber ihre GeschĂ€ftsentscheidungen haben möchten. Es gibt keine Notwendigkeit, Entscheidungen mit anderen Teilhabern oder Gesellschaftern abzustimmen.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache GrĂŒndung. Es ist nicht erforderlich, ein Mindestkapital aufzubringen, und die GrĂŒndungskosten sind im Vergleich zu anderen Rechtsformen oft geringer. DarĂŒber hinaus gehört der gesamte Gewinn dem Einzelunternehmer. Schließlich bietet ein Einzelunternehmen FlexibilitĂ€t. Der Inhaber kann das GeschĂ€ft nach Belieben skalieren, erweitern oder verkleinern.

Einzelunternehmen vs. GmbH

WĂ€hrend ein Einzelunternehmen von einer einzelnen Person gefĂŒhrt wird, ist eine GmbH (Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung) eine Rechtsform, bei der die Haftung der Gesellschafter auf das Gesellschaftskapital beschrĂ€nkt ist.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden ist die Haftung. Bei einem Einzelunternehmen haftet der Inhaber unbeschrĂ€nkt mit seinem gesamten Vermögen, sowohl betrieblich als auch privat. Bei einer GmbH ist die Haftung auf das Stammkapital der Gesellschaft beschrĂ€nkt. Das kann ein ausschlaggebender Faktor fĂŒr Unternehmer sein, die ein höheres Risiko eingehen möchten, ohne ihr gesamtes persönliches Vermögen zu gefĂ€hrden. Ein weiterer Unterschied ist die KomplexitĂ€t der GrĂŒndung und FĂŒhrung.

Eine GmbH erfordert mehr formelle Schritte bei der GrĂŒndung, einschließlich der Notwendigkeit, ein Mindeststammkapital aufzubringen und einen Gesellschaftsvertrag zu erstellen.

Vor- und Nachteile eines Einzelunternehmens

Vorteile:

  • Einfache GrĂŒndung: Ein Einzelunternehmen ist relativ einfach und kostengĂŒnstig zu grĂŒnden. Es sind weniger formelle Schritte erforderlich als bei anderen Rechtsformen.

  • Volle Kontrolle: Der Inhaber hat die volle Kontrolle ĂŒber alle GeschĂ€ftsentscheidungen und muss sich nicht mit anderen Gesellschaftern oder Teilhabern abstimmen.

  • Alleiniger Gewinn: Der gesamte Gewinn des Unternehmens gehört dem Einzelunternehmer. Es gibt keine Notwendigkeit, Gewinne mit anderen zu teilen.

  • FlexibilitĂ€t: Ein Einzelunternehmen bietet FlexibilitĂ€t in Bezug auf GeschĂ€ftsentscheidungen und -operationen. Der Inhaber kann das GeschĂ€ft nach Belieben skalieren, erweitern oder verkleinern.

Nachteile:

  • UnbeschrĂ€nkte Haftung: Der wohl grĂ¶ĂŸte Nachteil eines Einzelunternehmens ist die unbeschrĂ€nkte Haftung. Der Inhaber haftet mit seinem gesamten Vermögen, sowohl betrieblich als auch privat, fĂŒr die Schulden des Unternehmens.

  • Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung: Einzelunternehmen können es schwieriger finden, Investitionen oder Darlehen zu erhalten, da sie als riskanter angesehen werden können als andere Rechtsformen.

  • Mögliche Überlastung: Da der Inhaber allein fĂŒr das GeschĂ€ft verantwortlich ist, kann es zu einer Überlastung kommen, insbesondere wenn das GeschĂ€ft wĂ€chst.

  • Mangel an KontinuitĂ€t: Ein Einzelunternehmen endet mit dem Tod oder RĂŒcktritt des Inhabers, es sei denn, es gibt Vorkehrungen fĂŒr eine Nachfolge.

Wie erfolgreich kann ein Einzelunternehmen sein?

Ein Einzelunternehmen kann genauso erfolgreich sein wie jedes andere Unternehmen, unabhĂ€ngig von seiner Rechtsform. Der Erfolg hĂ€ngt von vielen Faktoren ab, darunter die GeschĂ€ftsidee, die Marktbedingungen, die FĂ€higkeiten und das Engagement des Inhabers sowie die QualitĂ€t der Produkte oder Dienstleistungen. Es gibt viele Beispiele fĂŒr Einzelunternehmer, die sehr erfolgreiche Unternehmen aufgebaut haben.

Einige haben sogar ihre Unternehmen in grĂ¶ĂŸere Organisationen oder Aktiengesellschaften umgewandelt. Beachte aber auch, dass der Erfolg nicht nur in finanziellen Begriffen gemessen wird. Ein Einzelunternehmer kann auch Erfolg haben, indem er einen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft hat oder einen Beitrag zur Lösung eines sozialen Problems leistet.

Wie melde ich ein Einzelunternehmen an? Gewerbe, Finanzamt?

Schritte zur GrĂŒndung eines Einzelunternehmens

Die Anmeldung eines Einzelunternehmens ist ein mehrstufiger Prozess, der sowohl die Gewerbeanmeldung beim zustÀndigen Gewerbeamt als auch die Anmeldung beim Finanzamt umfasst. Der erste Schritt ist die Gewerbeanmeldung, bei der Du Dein GeschÀft offiziell registrierst.

Nach erfolgreicher Anmeldung erhĂ€ltst Du eine BestĂ€tigung, die als Gewerbeschein bezeichnet wird. Der nĂ€chste Schritt ist die Anmeldung beim Finanzamt, bei der Du eine Steuernummer fĂŒr Dein Unternehmen erhĂ€ltst. Diese Nummer ist fĂŒr alle geschĂ€ftlichen Transaktionen und fĂŒr die Abgabe von SteuererklĂ€rungen erforderlich.

Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt

Die Gewerbeanmeldung ist der erste offizielle Schritt zur GrĂŒndung eines Einzelunternehmens. Du kannst zum örtlichen Gewerbeamt oder auch oft ĂŒber das Internet ein Anmeldeformular ausfĂŒllen. In diesem Formular gibst Du Informationen ĂŒber Dein GeschĂ€ft, wie z.B. die Art des GeschĂ€fts, die Adresse und die Kontaktdaten an.

Nach erfolgreicher Anmeldung und Zahlung der AnmeldegebĂŒhr (20 – 60€ je nach Gewerbeamt) erhĂ€ltst Du eine BestĂ€tigung, die als Gewerbeschein bezeichnet wird. Dieser Schein ist der Nachweis, dass Du ein registriertes Gewerbe betreibst.

Anmeldung beim Finanzamt

Nach der Gewerbeanmeldung musst Du Dein Unternehmen beim Finanzamt anmelden. Das Finanzamt wird Dir dann eine Steuernummer zuweisen. Diese Nummer ist fĂŒr alle geschĂ€ftlichen Transaktionen und fĂŒr die Abgabe von SteuererklĂ€rungen erforderlich. Es ist wichtig, alle erforderlichen Unterlagen und Informationen bereitzuhalten, wenn Du Dich beim Finanzamt anmeldest. Dazu gehören Dein Gewerbeschein, Dein Personalausweis und Informationen ĂŒber die Art Deines GeschĂ€fts.

Freiberufler vs. gewerblich: Unterschiede und wie man sich anmeldet

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Freiberuflern und Gewerbetreibenden. Freiberufler ĂŒben eine selbstĂ€ndige TĂ€tigkeit aus, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation und ihrer persönlichen Arbeitsleistung erbracht wird. Dazu gehören z.B. Ärzte, AnwĂ€lte und Architekten.

Gewerbetreibende hingegen betreiben ein Handelsgewerbe. Freiberufler mĂŒssen sich oft nicht beim Gewerbeamt anmelden, sondern direkt beim Finanzamt. Gewerbetreibende mĂŒssen sich sowohl beim Gewerbeamt als auch beim Finanzamt anmelden.

Doppelte BuchfĂŒhrung oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung: Was ist zu wĂ€hlen

Die Wahl zwischen doppelter BuchfĂŒhrung und Einnahmen-Überschuss-Rechnung hĂ€ngt von der Art und GrĂ¶ĂŸe Deines Unternehmens ab. Die doppelte BuchfĂŒhrung ist ein komplexeres System, das alle GeschĂ€ftsvorfĂ€lle auf der Soll- und Habenseite erfasst.

Es ist in der Regel fĂŒr grĂ¶ĂŸere Unternehmen oder solche mit einem höheren Umsatz geeignet. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist ein einfacheres System, das nur Einnahmen und Ausgaben erfasst. Es ist fĂŒr kleinere Unternehmen oder solche mit einem geringeren Umsatz geeignet.

Finanzielle Punkte bei der GrĂŒndung als Einzelunternehmer

Die finanzielle Planung ist ein sehr wichtiger Punkt bei der GrĂŒndung eines Einzelunternehmens. Du musst sicherstellen, dass Du ĂŒber ausreichende Mittel verfĂŒgst, um Dein Unternehmen zu starten und zu betreiben. Dazu gehört die SchĂ€tzung der Startkosten, der laufenden Betriebskosten und des erwarteten Umsatzes.

Achte auch darauf, einen Notfallfonds zu haben, um unerwartete Ausgaben oder finanzielle Schwierigkeiten zu decken. DarĂŒber hinaus solltest Du ĂŒberlegen, wie Du Dein Unternehmen finanzieren möchtest, sei es durch Eigenkapital, Darlehen oder Investoren.

Startkapital fĂŒr die GrĂŒndung eines Einzelunternehmens

Das Startkapital ist der Betrag, den Du benötigst, um Dein Unternehmen zu grĂŒnden und zu betreiben, bis es rentabel wird. Es ist sinnvoll, eine genaue SchĂ€tzung des benötigten Startkapitals zu haben, damit Du ĂŒber ausreichende Mittel verfĂŒgst. Das Startkapital kann aus Deinen eigenen Ersparnissen, aus Darlehen oder aus Investitionen stammen. Du solltest auch einen Puffer fĂŒr unerwartete Ausgaben oder finanzielle Schwierigkeiten haben.

Gewerbesteuer und Umsatzsteuer- Vor- und Nachteile

Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die auf den Gewinn eines gewerblichen Unternehmens erhoben wird. Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit. Die Umsatzsteuer ist eine Steuer, die auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben wird. Daher solltest Du die Vor- und Nachteile der Steuern verstehen:

Vorteile:

  • Gewerbesteuer: Die gezahlte Gewerbesteuer kann unter bestimmten UmstĂ€nden auf die Einkommensteuer angerechnet werden, was zu einer steuerlichen Entlastung fĂŒhren kann.
  • Umsatzsteuer: Als Unternehmer kannst Du die Vorsteuer, also die Umsatzsteuer, die Du selbst fĂŒr betriebliche Anschaffungen gezahlt hast, vom Finanzamt zurĂŒckfordern.

Nachteile:

  • Gewerbesteuer: Nicht alle Unternehmen sind gewerbesteuerpflichtig. Insbesondere Freiberufler sind von dieser Steuer befreit, was zu Wettbewerbsnachteilen gegenĂŒber diesen Berufsgruppen fĂŒhren kann.
  • Umsatzsteuer: Die regelmĂ€ĂŸige AbfĂŒhrung der Umsatzsteuer an das Finanzamt kann insbesondere fĂŒr Unternehmen mit geringer LiquiditĂ€t zu finanziellen EngpĂ€ssen fĂŒhren.

GeschÀftskonto eröffnen: Wie und warum

Ein GeschĂ€ftskonto ist ein „spezielles“ Bankkonto, das fĂŒr geschĂ€ftliche Transaktionen verwendet wird. Es trennt die geschĂ€ftlichen Finanzen von den privaten und sorgt fĂŒr eine klare Übersicht ĂŒber die GeschĂ€ftsvorgĂ€nge.

Warum ein GeschÀftskonto?

  • ProfessionalitĂ€t: Ein GeschĂ€ftskonto vermittelt ProfessionalitĂ€t gegenĂŒber Kunden und GeschĂ€ftspartnern.
  • Übersichtlichkeit: Es erleichtert die Buchhaltung und den Überblick ĂŒber Einnahmen und Ausgaben.
  • Steuerliche GrĂŒnde: FĂŒr das Finanzamt ist es einfacher nachzuvollziehen, wenn geschĂ€ftliche und private Transaktionen getrennt sind.
  • Vorsteuerabzug: Mit einem GeschĂ€ftskonto kannst Du leichter die Vorsteuer von betrieblichen Anschaffungen geltend machen.

Wie eröffnet man ein GeschÀftskonto? 

Die Eröffnung eines GeschÀftskontos ist Àhnlich wie die Eröffnung eines privaten Kontos. Du musst Dich an eine Bank oder Sparkasse wenden, die GeschÀftskonten anbietet. In der Regel werden einige Dokumente benötigt, wie z.B. ein Gewerbeschein, ein Personalausweis und möglicherweise weitere geschÀftliche Unterlagen.

BuchfĂŒhrung und Buchhaltung in einem Einzelunternehmen

Die BuchfĂŒhrung ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Unternehmens. Sie dient dazu, alle finanziellen Transaktionen systematisch zu erfassen, zu ordnen und zu speichern.

Warum ist BuchfĂŒhrung wichtig?

  • Gesetzliche Anforderungen: Jeder Unternehmer ist gesetzlich verpflichtet, eine ordnungsgemĂ€ĂŸe BuchfĂŒhrung zu fĂŒhren.
  • Überblick ĂŒber die Finanzen: Eine genaue BuchfĂŒhrung gibt Dir einen klaren Überblick ĂŒber die finanzielle Situation Deines Unternehmens.
  • Grundlage fĂŒr GeschĂ€ftsentscheidungen: Auf Basis Deiner Buchhaltung kannst Du fundierte GeschĂ€ftsentscheidungen treffen.
  • Steuerliche GrĂŒnde: Die BuchfĂŒhrung dient als Grundlage fĂŒr die SteuererklĂ€rung und ermöglicht es, steuerliche Vorteile optimal zu nutzen.

 

Wie fĂŒhrt man die Buchhaltung? 

Es gibt verschiedene Methoden der BuchfĂŒhrung, die am hĂ€ufigsten verwendeten sind die doppelte BuchfĂŒhrung und die Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Bei der doppelten BuchfĂŒhrung werden alle GeschĂ€ftsvorfĂ€lle auf Konten gebucht, wobei jeder Vorgang sowohl eine Soll- als auch eine Haben-Buchung erfordert.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist einfacher und erfordert nur die Erfassung von Einnahmen und Ausgaben. Welche Methode fĂŒr Dein Unternehmen am besten geeignet ist, hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der GrĂ¶ĂŸe und Art Deines Unternehmens. Es kann auch hilfreich sein, einen Steuerberater oder Buchhalter zu kontaktieren.

Haften Einzelunternehmer mit ihrem Privatvermögen?

Ja, Einzelunternehmer haften mit ihrem gesamten Vermögen, sowohl betrieblich als auch privat, fĂŒr die Schulden des Unternehmens. Dies bedeutet, dass im Falle von finanziellen Schwierigkeiten oder Rechtsstreitigkeiten Dein persönliches Vermögen zur Begleichung von Schulden oder zur ErfĂŒllung von Verpflichtungen herangezogen werden kann.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Rechtsformen wie der GmbH, bei der die Haftung auf das Gesellschaftskapital beschrĂ€nkt ist. Achte daher darauf, sich der Risiken bewusst zu sein und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen.

Rechtlicher Rahmen, um ein Einzelunternehmen grĂŒnden zu können

Die Rechtsform eines Einzelunternehmens

Der rechtliche Rahmen fĂŒr die GrĂŒndung eines Einzelunternehmens in Deutschland ist im Handelsgesetzbuch (HGB) und in der Gewerbeordnung (GewO) festgelegt. Es gibt keine Mindestkapitalanforderungen oder Notwendigkeit zur Eintragung ins Handelsregister, es sei denn, es handelt sich um ein Handelsgewerbe mit kaufmĂ€nnischem GeschĂ€ftsbetrieb.

Wichtig ist, dass Du als Einzelunternehmer mit Deinem gesamten Privatvermögen haftest. Daher ist es ratsam, sich ĂŒber mögliche Risiken im Klaren zu sein und gegebenenfalls eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen.

Eintrag im Handelsregister- Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Rechtssicherheit: Ein Eintrag ins Handelsregister gibt Deinem Unternehmen eine offizielle Anerkennung und kann bei GeschĂ€ftsbeziehungen Vertrauen schaffen.

  • KreditwĂŒrdigkeit: Ein eingetragenes Unternehmen kann bei Banken und anderen Finanzinstituten als kreditwĂŒrdiger angesehen werden.

Nachteile:

  • Kosten: Die Eintragung ins Handelsregister ist mit (geringen) Kosten verbunden.

  • PublizitĂ€tspflicht: Ein im Handelsregister eingetragenes Unternehmen muss bestimmte GeschĂ€ftsinformationen veröffentlichen, was zu einem Mangel an PrivatsphĂ€re fĂŒhren kann.

Unterschied zwischen Kaufleuten und Kleingewerbetreibenden

Kaufleute sind im Handelsgesetzbuch (HGB) definiert und betreiben ein Handelsgewerbe in kaufmĂ€nnischer Art und Weise. Diese sind zur doppelten BuchfĂŒhrung verpflichtet und mĂŒssen sich ins Handelsregister eintragen lassen.

Kleingewerbetreibende hingegen betreiben ein Gewerbe, das nicht in kaufmĂ€nnischer Art und Weise organisiert ist. Sie sind nicht zur Eintragung ins Handelsregister verpflichtet und können die einfachere Einnahmen-Überschuss-Rechnung fĂŒr ihre Buchhaltung nutzen.

Rechtlich korrekter Firmenname: Was ist zu berĂŒcksichtigen

Bei der Wahl eines Firmennamens fĂŒr ein Einzelunternehmen gibt es rechtliche Vorgaben. Der Name muss eindeutig und unterscheidbar sein und darf nicht irrefĂŒhrend sein. Es ist auch wichtig, dass der gewĂ€hlte Name nicht bereits von einem anderen Unternehmen verwendet wird. Eine ÜberprĂŒfung beim Handelsregister und eine Markenrecherche können hierbei hilfreich sein.

Nach der GrĂŒndung eines Einzelunternehmens: NĂ€chste Schritte

Wie fĂŒlle ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus?

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist ein wichtiges Dokument, das beim Finanzamt eingereicht werden muss, nachdem Du Dein Gewerbe angemeldet hast. Allerdings ist dies schriftlich seit 2021 nur in AusnahmefĂ€llen möglich. Die Anmeldung erfolgt mittlerweile ĂŒber die Software des Finanzamtes „ELSTER“.

Das Finanzamt erfasst hier Informationen ĂŒber Dein Unternehmen, Deine geschĂ€tzten Einnahmen und Ausgaben und andere relevante finanzielle Daten. Achte darauf, diesen Fragebogen sorgfĂ€ltig und genau auszufĂŒllen, da er die Grundlage fĂŒr Deine steuerlichen Verpflichtungen bildet.

Was ist mit der IHK oder HWK?

Je nach Art Deines GeschĂ€fts musst Du möglicherweise Mitglied in der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK) werden. Diese Kammern vertreten die Interessen ihrer Mitglieder und bieten UnterstĂŒtzung und Beratung fĂŒr Unternehmer an.

Partnerschaften mit anderen Unternehmen und Networking

Partnerschaften können Deinem Unternehmen helfen, zu wachsen und neue MĂ€rkte zu erschließen. Networking, sei es durch Branchenveranstaltungen, Messen oder Online-Plattformen, kann Dir helfen, wertvolle Kontakte zu knĂŒpfen und Deine GeschĂ€ftsbeziehungen zu stĂ€rken.

Marketingstrategien fĂŒr Einzelunternehmer

Als Einzelunternehmer ist es sinnvoll, effektive Marketingstrategien zu entwickeln, um Deine Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Das kann durch Online-Marketing, soziale Medien, traditionelle Werbung oder Mundpropaganda erfolgen. Du solltest auch Deine Zielgruppe kennen und Deine MarketingbemĂŒhungen darauf ausrichten.

Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken nach der GrĂŒndung

Nach der GrĂŒndung Deines Einzelunternehmens solltest Du stĂ€ndig die Risiken bewerten und Maßnahmen ergreifen, um diese zu minimieren. Das kann durch Versicherungen, professionelle GeschĂ€ftspraktiken, kontinuierliche Marktbeobachtung und Anpassung an VerĂ€nderungen erfolgen. Es ist auch hilfreich, regelmĂ€ĂŸig Finanz- und GeschĂ€ftsberichte zu ĂŒberprĂŒfen, damit Dein Unternehmen auf dem richtigen Weg ist.

Fazit zum Thema "Ein Einzelunternehmen anmelden und grĂŒnden"

Die GrĂŒndung eines Einzelunternehmens ist in Deutschland ein beliebter Weg in die SelbststĂ€ndigkeit. Es bietet FlexibilitĂ€t und ist weniger bĂŒrokratisch im Vergleich zu anderen Unternehmensformen wie der UG (Unternehmergesellschaft) oder GmbH, welche zu einer Kapitalgesellschaft gehören und beide eine Rechtsform mit beschrĂ€nkter Haftung sind.

Ein Kleingewerbe ist eine Form des Einzelunternehmens, bei dem der Jahresumsatz bestimmte Grenzen nicht ĂŒberschreitet. Es profitiert von der Kleinunternehmerregelung, die es von der Umsatzsteuer befreit, solange der Umsatz unter 22.000 Euro im ersten Jahr und unter 50.000€ im darauffolgenden Jahr liegt.

Freiberufler hingegen sind nicht gewerbesteuerpflichtig und mĂŒssen sich nicht im Handelsregister eintragen lassen. Freiberufliche TĂ€tigkeiten umfassen oft Berufe wie Ärzte, AnwĂ€lte oder KĂŒnstler. Sie sind nicht verpflichtet, eine doppelte BuchfĂŒhrung zu fĂŒhren, sondern können die EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) nutzen, die als einfache BuchfĂŒhrung bekannt ist.

FĂŒr diejenigen, die als Kauffrau oder Kaufmann tĂ€tig sind und ein höheres Handelsvolumen haben, gibt es die Option, sich als eingetragene Kaufleute im Handelsregister eintragen zu lassen. Dies verleiht dem Unternehmen mehr GlaubwĂŒrdigkeit, birgt jedoch auch Risiken, da das private Vermögen im Falle von Schulden haftbar gemacht werden kann.

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